Erst vor einigen Monaten veröffentlichte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine aufsehenerregende Studie, aus der hervorgeht, dass die Handystrahlung bei intensiver Nutzung möglicherweise krebserregend sei. Jedoch weisen viele Studien unter erwachsenen Handynutzern einige widersprüchliche Ergebnisse auf. Nun legt das Tropen- und Public Health-Institut aus der Schweiz eine Studie unter Kindern und Jugendlichen nach.

Das Tropen- und Public Health-Institut mit Sitz in Basel führte eine Studie mit insgesamt 998 Teilnehmern durch. Die Probanden waren alle zwischen sieben und 19 Jahre alt, 352 Kinder und Jugendliche litten bereits unter einem Gehirntumor, die restlichen 646 zufällig ausgewählten Kontrollpersonen waren gesund. Schwedische, dänische und norwegische Forscher untersuchten und verglichen das Handyverhalten beider Gruppen.

Das Nutzungsverhalten beider Testgruppen ähnelte sich. So gaben 55 Prozent der bereits an Krebs erkrankten Teilnehmer an, regelmäßig das Handy genutzt zu haben. Das gleiche Handyverhalten gaben 52 Prozent unter den gesunden Teilnehmern an. Mehr als zwanzig Mal haben 70 Prozent der Krebspatienten vor ihrer Diagnose das Handy zum Telefonieren genutzt und 72 Prozent der Kontrollgruppe.

Diese geringen Unterschiede sind allerdings nicht signifikant. Auch konnte die weithin bekannte Ansicht nicht bestätigt werden, dass Gehirntumore meist auf der bestrahlten Gehirnseite entstehen. Demnach treten Tumore nicht häufiger in den Hirnregionen auf, die bei Handynutzung bestrahlt werden. Selbst die unterschiedlichen Tumorarten lassen auf keinen direkten Zusammenhang zwischen Krebs und Strahlung zu.

Den Forschern standen des Weiteren auch Daten der Mobilfunkanbieter zur Verfügung. Im Vergleich zeigte sich, dass die Probanden mit einer hohen Handynutzung kein höheres Risiko besitzen an Krebs zu erkranken, als die Teilnehmer, die ihr Handy wenig nutzten

Eine allgemeine Entwarnung kann aufgrund der Studienergebnisse jedoch nicht gegeben werden. Gehirntumore treten sehr selten im Kindesalter auf. Zudem nutzten die Studienteilnehmer ihre Handys relativ selten, sodass keine Aussage bei intensiver Handystrahlung abgegeben werden kann.

Der an der Studie beteiligte Epidemiologe Dr. Martin Röösli sieht daher auch ein bleibendes Restrisiko. Dem Epidemiologen nach könne es sich hierbei um ein bis zwei zusätzliche Tumorfälle pro 100.000 neuen Krebserkrankungen und Jahr handeln. Um dies zu bestätigen, soll die weitere Entwicklung genauestens beobachtet werden.

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